KI-Update kompakt: Klagen per KI, Wayback Machine, Wissenschaftszitate, KI-Storytelling
Shownotes
Das ist das KI-Update vom 27.05.2026 mit diesen Themen:
KI-Klagen überfluten US-Gerichte Mistral will KI im Rechtswesen einsetzen Nachrichtenseiten sperren Wayback Machine aus Falsche Referenzen in wissenschaftlichen Arbeiten KI-gestütztes Storytelling in Games
Links zu allen Themen der heutigen Folge findet Ihr hier:
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https://www.heise.de/thema/Kuenstliche-Intelligenz
https://www.heiseplus.de/podcast
Eine neue Folge gibt es montags, mittwochs und freitags ab 15 Uhr.
Transkript anzeigen
00:00:02: Das KI Update.
00:00:04: Ein Heise-Podcast
00:00:05: mit redaktioneller Unterstützung
00:00:07: von
00:00:07: The Decoder.
00:00:14: Ich bin Marco Pauli und dies sind heute unter anderem unsere Themen, KI Klagen über fluten US Gerichte.
00:00:21: Mistral will KI im Rechtswesen einsetzen Nachrichten seiten, sperren Wayback Machine aus falsche Referenzen in wissenschaftlichen Arbeiten Und KI gestütztes Storytelling in Games.
00:00:35: Eine neue Studie des MIT und der University of Southern California zeigt eine von KI-angetriebene Verschiebung in der amerikanischen Justiz.
00:00:45: Seit der Verbreitung von ChatGPT hat sich die Zahl der Klagen ohne Anwalt an US-Bundesgerichten fast verdoppelt, jede fünfte Klageschrift enthält inzwischen KI generierten Text.
00:00:58: Max Schreiner vom The Decoder hat sich diese Studie angesehen.
00:01:02: Die Forscher werteten mehrere Millionen zivile Klagen aus den vergangenen zwei Jahrzehnten aus.
00:01:07: Im Zentrum steht die sogenannte Pro-Seequote, sie beschreibt den Anteil der Kleger, die sich selbst vertreten – also ohne Anwalt.
00:01:13: und dieser Wert lag lange Zeit stabil bei rund einem Zehntel aller Zivilklagen.
00:01:18: Im vergangenem Geschäftsjahr schoss er dann auf knapp siebzehn Prozent und damit reichten Leienkleger fast doppelt so viele Klagen ein wie im Durchschnitt vor der KI-Ära.
00:01:28: Der Anstieg konzentriert sich natürlich auf Fälle, bei denen formelhafte Dokumente die Hauptarbeit ausmachen.
00:01:35: Dazu zählen Bürgerrechtsklagen, Verbrauchekredite und Zwangsvollstreckungen.
00:01:40: in Spezialgebieten wie Patent- oder Wertpapierecht zeigt sich bisher kein Effekt.
00:01:44: Die Forscher werden das als belegtes Sprachmodelle vor allem aktuell jene Hürden senken, die für Laien bislang zu hoch waren nämlich dass verfassenden Prozessualtragfähiger Schrift setzen.
00:01:57: Vor dem Jahr hat der vom Team genutzte KI-Textdetektor Pan Kram praktisch kein einziges Dokument, die Quote stieg dann aber kontinuierlich und liegt aktuell bei knapp einem Fünftel aller überprüften Texte.
00:02:10: Besonders auffällig ist der Bundesgerichtsbezirk Vermont.
00:02:14: Dort sprangen pro Seeklagen von wenigen Dutzen pro Jahr auf über ein Tausend.
00:02:18: Nahezu der gesamten Anstieg geht dabei auf Klagen gegen die US-Einwanderungsbehörde zurück.
00:02:24: Online-Anleitungen unter anderem of Reddit empfehlen, mit Microsofts Co-Piloten eine Klageentwurf zu entstellen und gezielt in Vermont einzureichen weil das dortige Gericht als schnell galt.
00:02:36: Die Belastung der Gerichte wird an einem Fall aus Minnesota deutlich.
00:02:39: ein Mann Ende sechzig verklagte nach seiner Scheidung mehrere Personen.
00:02:43: Mithilfe von Chatchibity und Claude reichte er eine zweite Klagesamt stutzender weitere Eingaben ein, nachdem die erste abgelehnt wurde.
00:02:51: Jede dieser Eingaben musste das Gericht lesen und kategorisieren.
00:02:55: Und der zuständige Richter Patrick Schilz wies die Klage danach erneut ab, er verfügte zudem – und das ist der interessante Teil – dass weitere Eingabene des Klegers ohne Benachrichtigung geschreddert würden.
00:03:06: Seine Begründung?
00:03:08: Kleger könnten nicht hunderte Seiten Dokumente beim Gericht abladen in der Erwartung, dass das Gericht dann selbst nachstützende Argumenten suche.
00:03:16: Gegenüber der New York Times bezeichnete der Richter diese Entwicklung als existenzielle Bedrohung für die Bundesgerichte.
00:03:23: Es gibt aber natürlich auch eine andere Seite Michael Scudder-Richter an einem US Berufungsgericht verweist auf das Versprechen der Technik den Zugang zur Justiz für jene zu verbessern, die sich selbst keine Vertretungen leisten können.
00:03:36: Und der New Yorker Rechtshilfeanwalt Satish Nohri weiß daraufhin, dass selbst in New York rund die Hälfte der Mieter bei Räumungsklagen ohne Anwalt vor Gericht erscheinen.
00:03:45: Trotz eines Gesetzes, das ihn eigentlich kostenlose Vertretung
00:03:48: garantiert.".
00:03:50: Die Studienautoren skizzieren drei mögliche Lösungswege für diese Überlastung.
00:03:54: Erstens könnte das KI-Verbot für Bundesrichter beim Verfassen von Urteilen gelockert werden, zweitens könnten einfache Fälle gezielter an untergeordnete Richter weitergeleitet werden.
00:04:04: und drittens halten die Autoren auch die Schaffung einer neuen unteren Instanz bedenkbar, die einfache Falle größtenteils mit KI
00:04:11: bearbeitet.".
00:04:12: Danke Max!
00:04:14: KI im Rechtswesen zu verwenden ist umstritten.
00:04:17: Zuletzt merken sich auch Fälle von KI-Haluzinationen in Gerichtsdokumenten.
00:04:23: Das französische KI-Unternehmen Mistral nimmt den Rechtssektor dennoch ins Visier, mein Kollege Robin Ahrens aus der ZIT-Redaktion mit den Einzelheiten.
00:04:34: Künftig sind die KI-Modelle von Mistral auch in der Software HW nutzbar – das gab HWA AI in einer Pressemitteilung bekannt.
00:04:41: Das ist das Unternehmen was hinter dem Software
00:04:43: Tool steckt!
00:04:45: Aber was ist HW jetzt eigentlich genau?
00:04:47: HWA ist eine sogenannte Legal AI-Plattform.
00:04:50: Das heißt, dass das KI Tool speziell auf die Ansprüche von Anwältinnen oder Justizinstitutionen zugeschnitten ist.
00:04:56: Mit HWA lassen sich zum Beispiel die oftmals hunderte seitenumfassenden Prozessdokumente durchsuchen und nun hat HWA AI eben bekannt gemacht die Latch Language Models von Mistral über ihre Plattform verfügbar zu machen.
00:05:08: Durch die Partnerschaft erhält Mistral Zugang zu mehr als thousandfünfhundert Kundinnen in sechszig Ländern, also vor allem Kanzleien, die HW bereits in ihre Geschäftsprozesse integriert haben.
00:05:18: Ganz neu ist die Partnerschafter beiden Unternehmen nicht.
00:05:21: Bereits im Mai zwanzig vierundzwanzig hatte HWAI die Zusammenarbeit mit Mistral angekündigt.
00:05:27: Die Modell-Familie soll aber erst jetzt in einem Early Access für europäische Kundinnen verfügbar sein.
00:05:32: Ein breiterer Rollout soll dann in den kommenden Monaten erfolgen.
00:05:36: Wann genau ist bisher allerdings nicht klar?
00:05:38: Der Rechtssektor ist ein prinzipiell sehr lukratives Geschäftsfeld für die großen KI-Schmieden.
00:05:43: Schließlich ist die Branche extrem textlastig und die Arbeit mit KI-Tools erspart dadurch viel Zeit – das weckt auf beiden Seiten ökonomische Interessen.
00:05:52: Aus der Sicht der Anwaltskanzlei lässt sich ganz einfach sagen, wer mehr Zeit hat, der kann auch mehr Mann dann innen übernehmen!
00:05:58: Und Kanzleien sind eine tendenziell zahlungsfähige Klientel, weswegen KI Unternehmen großes Geschäftspotenzial sehen.
00:06:05: Auch Anthropic hat erst kürzlich mehrere Plug-ins für Claude Cowork veröffentlicht, die speziell auf juristische Aufgaben zugeschnitten sein sollen.
00:06:13: Das Thema KI im Rechtssektor hat aber seine Schattenseiten – darüber haben wir ja auch hier im Podcast in den letzten Wochen wiederholt berichtet!
00:06:20: Denn es mehren sich Fälle, in denen KI-Haluzinationen in Gerichtsdokumenten auftauchen.
00:06:25: Stand Mai'i'e'in Jahrzehnt und zwanzig gab's bereits knapp tausendfünfhundert dokumentierte Verfahren, in dem Personen wegen Dokument mit KI-Fehlern sanktioniert wurden.
00:06:34: Die Fälle sammelt der Rechtswissenschaftler Damir Charlotte in einer Online-Datenbank und seit vergangenem Jahr nimmt die Menge an Fällen massiv
00:06:42: zu.
00:06:43: Auch in Deutschland gab es solche Fälle schon, Anfang Mai hatte ein Berliner Kammergericht Anwälte wegen KI-Haluzinationen gerügt.
00:06:50: Auch hier hatte die KI einen Gerichtsurteil zitiert – die vermeintliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs existierte aber gar nicht!
00:06:57: Die Zusammenarbeit von MISTRA und HWRI klingt natürlich erst mal danach als sei sie Teil des Problems.
00:07:03: Gleichzeitig würde man den Einsatz von KI in der Rechtsbranche nicht verhindern können.
00:07:07: Das klappt ja woanders auch nicht wirklich!
00:07:10: In solchen sensiblen Kontexten steht mistral als europäischer KI-Entwickler mit Open-Wades Modellen aber immerhin für Datensouveränität und mehr Transparenz.
00:07:21: Das gemeinnützige Projekt Internet Archive ist eine digitale Bibliothek, die es sich zur Aufgabe gemacht hat menschliches Wissen zu bewahren und zwar indem sie öffentlich zugängliche Webseiten aber auch Bücher, Videos, Audioinhalte und Software für die Nachwelt speichert und frei zur Verfügung stellt.
00:07:41: Die dazugehörige Wayback-Machine speichert Milliarden, auch alte Webseiten.
00:07:47: Man kann da zum Beispiel sehen wie eine Website zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit aussah.
00:07:53: Immer mehr große Nachrichtenseiten allerdings, darunter zum Beispiel die New York Times oder The Guardian verhindern den Zugang der Wayback-Machine – aus Sorge dass KI-Crawler über die Wayback Machine deren Inhalte abgreifen um sie für das KI Training zu verwenden.
00:08:11: Martin Holland berichtet
00:08:13: Es ist ja schon eine Weile bekannt daß die KI Unternehmen ihre Modelle sehr gerne oder am liebsten mit von Menschen gemachten Inhalten aus dem Internet trainieren.
00:08:24: Und deswegen gab es ja schon die Auseinandersetzung, dass die Medien versucht haben das zu verhindern, dass sie einfach die Inhalte abgegriffen werden und die KI-Unternehmen und die KAI Modelle in Konkurrenz treten indem die Medien ihre sogenannte Robots TXT angepasst haben.
00:08:41: Das ist eine Kleine Datei, die besagt wer auf eine Seite darf und wer nicht.
00:08:45: Und da kann man eben reinschreiben KI Crawler nicht.
00:08:49: Das ist aber so ein Gentleman's Agreement an dem kann man sich halten.
00:08:52: Technisch muss man sich nicht dranhalten und für den KI Unternehmen tun das auch nicht.
00:08:57: Dann gibt es natürlich die andere Möglichkeit dass man Sachen hinter die Paywall packt.
00:09:00: dann ist es auch ein bisschen schwieriger.
00:09:02: Und es gibt aber eben die Situation, dass es schon seit Jahrzehnten die Wayback-Machine gibt.
00:09:07: Die Internetseite archiviert und abspeichert und dann kann man im Gucken was stand.
00:09:13: Zwei Tausend Fünfzehn am zweiten März auf Heise online und in dieser Meldung drin und kann sich den Zustand dieser Seite von damals angucken.
00:09:22: das ist ein sehr hilfreiches Werkzeug für für die verschiedensten Zwecke.
00:09:27: Und da gab es zwar immer auch mal Kritik von Medien, aber im Großen und Ganzen haben wir das akzeptiert.
00:09:32: Nur jetzt ist halt die vermeintliche Gefahr identifiziert worden dass KI-Unternehmen diese Inhalte benutzen um ihre KI Modelle zu trainieren.
00:09:41: dann müssen sie ja gar nicht mehr auf die Seiten gehen sondern können mit der Wayback Machine die Inhalten abgreifen.
00:09:47: deswegen gibt's jetzt immer mehr Medien die diesen Crawler von der Way Back Machine aussperren öfter dran, auch nicht immer aber öfter.
00:09:58: Und das hat nämlich jetzt eine Analyse jetzt ergeben die in den USA vorgenommen wurde.
00:10:03: da haben sie über tausend dieser Robots TXT analysiert und gesehen wie oft die Wavework-Machine ausgesperrt wird.
00:10:11: Das machen im Moment vor allem Lokalzeltungen aus den USA, die gehören auf so großen Medienhäusern und da scheint sich das gerade durchzusetzen dass viele machen.
00:10:20: was machen auch große Medien die New York Times unter anderem und auch europäische Medien inzwischen, Le Monde und El País zum Beispiel.
00:10:28: Und dann besteht eben jetzt die Gefahr dass dieses Archiv des Internets bald quasi ohne Internetinhalte dasteht.
00:10:37: Da gibt es jetzt noch nicht wirklich eine Lösung für.
00:10:39: im Moment kann man halt nur beobachten das das halt Und das sagt diese Analyse.
00:10:45: Da haben Sie jetzt unter diesen tausend Seiten, die sie untersucht haben, waren es schon fast vierhundert, die das machen und das wird ... Die Geschwindigkeit mit der, die da gemacht haben hat stark zugenommen.
00:10:55: also seit Januar hat sich die Zahl um fünfzig Prozent erhöht.
00:11:00: Danke Martin!
00:11:02: Das Internet Archive ist ein globales digitales Archiv dass das gesamte öffentlich zugängliche Internet und historische Medien sammelt.
00:11:11: Im Unterschied dazu ist Archive.org, Archive wird hier mit X geschrieben – eine akademische Plattform für Vorabveröffentlichungen aus den Bereichen Naturwissenschaften und Informatik.
00:11:24: In Datenbanken wie Archive-.org tauchen immer mehr offenbar durch KI erzeugte falsche oder nicht existierende Referenzen auf.
00:11:34: Das belegt eine neue Studie von der jetzt Jenny Lepis berichtet!
00:11:38: Meine Kollegin Noel Bölling hat die Nachricht zu dieser Meldung recherchiert.
00:11:43: Demnach haben Wissenschaftler in den USA insgesamt zwei Komma fünf Millionen wissenschaftliche Paper geprüft, das waren zusammen Hundert Elf Millionen Referenzen.
00:11:53: Sie konnten dabei feststellen dass hundert sechsundvierzigtausend neunhundert Zitate angegeben waren, die so nicht existierten und sich keiner bekannten Veröffentlichungen zuordnen ließen.
00:12:05: Manche Fälle waren schlicht recht treibfehler, aber es waren auch zahlreiche KI-generierte Halluzinationen darunter.
00:12:13: Zudem zeigte sich das die fehlerheften Zitate über viele Artikel verteilt und sich nicht auf einzelne Arbeiten konzentrierten.
00:12:21: Das lässt vermuten dass viele Autoren KI generierte Referenzen einfach übernehmen ohne sie vollständig zu überprüfen.
00:12:30: Diese Entwicklung ist natürlich bedenklich für die Forschungsgemeinschaft.
00:12:34: Die gefälschen Zitate tauchen nämlich in wissenschaftlichen Datenbanken wie zum Beispiel archive.org auf, dort hat man bereits erste Maßnahmen ergriffen um die Situation in den Griff zu bekommen.
00:12:46: Es gibt kein KI-Verbot aber die Autoren müssen die volle Verantwortung für ihre Werke übernehmen unabhängig davon wie die Inhalte entstanden sind.
00:12:57: Bei entsprechenden Nachweisen droht ein einjähriges Verbot auf Archive etwas zu veröffentlichen.
00:13:03: Es kam natürlich auch schon vor dem breiten Einsatz von KI vor, dass es falsche Zitate in wissenschaftlichen Papers gab.
00:13:11: Allerdings – so sagt eine Autorin der neuen Studie – stellen wir einen starken Anstieg nicht existierender Referenzen nach der weitverbreiteten Einführung von LLMs, also großen Sprachmodellen fest.
00:13:26: Papst Leo XIV fordert in seiner am Montag erschienenen ersten Enzykliker strenge internationale Richtlinien für den Umgang mit KI.
00:13:35: Das Leerschreiben heißt Magnifika Humanitas und trägt den Untertitel über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der KI.
00:13:44: Es gilt als Regierungserklärung für sein Pontificat.
00:13:48: Der Papst bezeichnet KI darin, als mögliche wertvolle Hilfe warnt jedoch vor Risiken Kleine, einflussreiche Gruppen könnten Informationen, demokratische Prozesse und die Wirtschaft lenken.
00:14:00: Er schlägt einen Ethikkodex und Regeln für den Umgang mit Nutzerdaten vor.
00:14:06: Beobachter werden dies als Kritik an US-Tech-Milliardären.
00:14:11: Besonders deutlich äußert sich der Papst zur autonomen Waffensysteme.
00:14:15: Maschinen dürften nicht überleben und tot entscheiden, KI müsse entwaffnet werden.
00:14:21: Auch vor Fake News und neuen Formen der Ausbeutung in Rechenzentren- und Chipfabriken warnt er.
00:14:27: Kommentatoren sehen in der Enzyklika auch den Versuch ethische Leitplanken zu setzen bevor staatliche Regulierung greift!
00:14:37: China weitet die Ausreisebeschränkungen für Personen aus der KI-Branche aus.
00:14:42: Wer an fortgeschrittener KI arbeitet und als strategisch wichtig gilt, muss Auslandsheißen künftig genehmigen lassen – das berichtet Bloomberg.
00:14:51: Betroffen sind unter anderem Startupgründung und Mitarbeiter von Firmen wie Alibaba & DeepSeek.
00:14:57: Wie weit die Maßnahmen reichen ist bislang unklar!
00:15:01: Reisebeschränkungen für strategisch wichtige Bereiche gab es schon früher in China.
00:15:06: Neu ist, dass nun gezielt KI Fachkräfte aus der Privatwirtschaft ins Visier geraten.
00:15:13: Auslöser war der Streit um das KI-Startup Manus – China untersagte dessen Übernahme durch Metta.
00:15:20: Der CEO und der Chefforscher durften das Land darauf hin während der Überprüfung nicht verlassen.
00:15:26: Peking behandelt KI-Kompetenz zunehmend als strategische Ressource.
00:15:31: Der Wettlauf mit den USA verlagert sich von Chips hin zu den Köpfen dahinter.
00:15:37: Für China ist das allerdings ein Balanceakt, die Auflagen sollen Wissensabfluss verhindern – könnten aber genau jene Fachkräfte vertreiben, die das Land dringend braucht!
00:15:49: Und in den USA hat Präsident Trump die Unterzeichnung einer geplanten Verordnung zur Prüfung neuer KI-Modelle kurzfristig verschoben.
00:15:58: Die Regelungen hätte es US-Bundesbehörden ermöglicht, KI- Modelle vor ihrer Veröffentlichung genauer zu untersuchen.
00:16:05: Daran sollten die NSA das Cyberoffice und das Finanzministerium beteiligt sein.
00:16:10: Ursprünglich war die geplante Verordnung als Antwort auf Cybersicherheitsrisiken durch leistungsstarke Modelle wie Anthropics Cloth Mythos gedacht das vom Hersteller selbst als zu gefährlich für die Allgemeinheit eingestuft wird.
00:16:24: Trump begründete den Rückzieher damit, dass die Regelung die Spitzenposition der USA in der KI-Entwicklung Gefährden und den Vorsprung vor China schmälern könnte.
00:16:35: Laut dem Nachrichtenportal Politico habe allerdings Tech Investor David Sacks entscheidend – kurz vor der Unterzeichnung auf Trump – eingewirkt.
00:16:45: Sex überzeugte Trump demnach, dass die Verordnung Innovationen bremsen würde.
00:16:51: Die Universal Music Group hat eine neue, mehrjährige Lizenzvereinbarung mit Tiktok geschlossen.
00:16:57: Sie baut auf einer Einigung von im Jahr zwanzig auf, mit der ein langer Streit über Vergütung und KI-Schutz beendet wurde nachdem Universal seinen Katalog zeitweise von der Plattform entfernt hatte.
00:17:11: Universal ist das größte der drei Major Label neben Sony Music und der Warner Music Group.
00:17:17: Im Mittelpunkt der neuen Vereinbarung jedenfalls zwischen Universal und TikTok stehen KI-Schutzrechte für Künstler und neue Formen der kommerziellen Verwertungen.
00:17:27: Beide Seiten verpflichten sich, nicht autorisierte KI generiertes Songs konsequent von der Plattform zu entfernen – das soll sicherstellen dass die Erträge den menschlichen Urhebern zugutekommen.
00:17:39: Auch die technische Zuordnung von Werken zu Künstlern soll verbessert werden, um falsche Attributionen zukünftig zu verhindern.
00:17:48: Parallel hat Universal eine separate Vereinbarung mit Spotify getroffen.
00:17:53: Dieser erlaubt dem Streamingdienst, generative KI-Musikmodelle einzuführen basierend auf Zustimmung der Künstler – damit sollen Abonnenten eigene Musikstücke per KI erzeugen können die auf den Universal-Dizenzierten Werken und Stimmen basieren!
00:18:10: Das KI-Unternehmen Anthropic meldet, dass auch sein Modell Claude Mythos die sogenannte Unit Distance Vermutung des Mathematikers Paul Erdisch widerlegen konnte.
00:18:21: Die OpenAI erst vor wenigen Tagen als Meilenstein der KI-Mathematik präsentiert hatte.
00:18:27: Das Problem ist seit nineteenhundertsechsenvierzig offen und stammt aus der kombinatorischen Geometrie.
00:18:33: Anthropic-Engineer Sholto Douglas schreibt auf der Plattform X, Mythos löse die Aufgabe mit einem hübschen einfachen Beweis – das Team setzte ein Testsystem ein bei dem mehrere isolierte Clotinstanzen mögliche Lösungswege entwickelten.
00:18:51: Mythos wählte dabei häufig einen anderen Weg als das OpenAI Modell.
00:18:56: Der Mathematiker Daniel Litt bezeichnet das Ergebnis als etwas weniger gelungen, als bei OpenAI.
00:19:03: Auch Google DeepMind meldete kürzlich, dass sein KI-System AlphaProof Nexus neuen weitere Erdünschprobleme lösen konnte.
00:19:13: Der Y Combinator Gründer Paul Graham liest keine E-Mails die mit KI geschrieben wurden.
00:19:18: Y Compinator ist einer der bekanntesten Startup-Investoren in der Welt und war früh an OpenAI beteiligt.
00:19:25: Paul Graham berichtet, dass ihn immer mehr Gründer in einem unnatürlichen journalistischen Stil anschreiben würden der auf KI schließen lässt.
00:19:35: Solche Mails lese er nie zu Ende.
00:19:37: es fühle sich auch so an so Graham als werde man belogen.
00:19:41: Grahams Haltung ist durchaus überraschend da er selbst so nahe an der Tech Elite ist aber sie spiegelt sich auch in Studien Ergebnissen.
00:19:50: eine Untersuchung der Ohio State University zeigt Das Empfänger KI-generierte Nachrichten als Bequemlichkeit und Mangel an Aufrichtigkeit werden.
00:20:00: Eine Befragung mit über ein tausend US Beschäftigten lieferte vergleichbare Ergebnisse, etwa die Hälfte bewertet absender solcher Inhalte als weniger fähig und zuverlässig.
00:20:13: Bei Gesprächen mit Nichtspieler-Charakteren in Videospielen war es bisher meist so, dass man sich im Grunde durch vorgefertigte Dialogbäume zu klicken hatte – mit Unterhaltungen die oft starre und vorhersehbar wirkten.
00:20:27: Jetzt wird KI dafür genutzt, daß diese Nichtspierlercharaktere nicht mehr nur Textbausteine abspulen sondern Spieler in dynamische Gespräche verwickeln.
00:20:38: Tomislav Besmalinovich hat sich mit solchen NPCs im Spiel Fabularasa unterhalten.
00:20:45: Zu Beginn erwacht man in einem Kerker und soll wegen eines mutmaßlichen Verbrechens bald einen Monster zum Fraß vorgeworfen werden.
00:20:52: In einem Käfig wird man auf einen mittelalterlichen Marktplatz transportiert, wo man verschiedene Figuren begegnet.
00:20:59: Ziel ist es, die Charaktere für sich zu gewinnen, damit sie beim König ein gutes Wort anlegen und die Hinrichtung verhindern.
00:21:07: Die Figuren reagieren dabei überraschend glaubwürdig um stellen passende Nachfragen.
00:21:12: Erzählt man etwa am Ansehersjournalist verurteilt worden weil man Gerüchte über den König verbreitet habe?
00:21:18: Fragt eine Bardin nach den genauen Behauptungen und möglichen Zeugen bevor sie daraus spontan ein Lied improvisiert?
00:21:26: Technisch kombiniert die Erfahrung mehrere KI-Modelle.
00:21:30: Claude von Anthropic steuert die Dialoge, Eleven Labs übernimmt die Sprachsynthese und Chatchi Bidi fungiert aus einer Art KI Regisseur im Hintergrund.
00:21:41: Eine bekannte Schwäche ähnlicher Experimente bleibt bestehen.
00:21:45: Auf Äusserungen folgen oft spürbare Pausen, die die Immersion stören.
00:21:50: Trotzdem blägt das Spiel für einen Aha-Moment und zeigt, welches massive Potenzial KI gestützte Gespräche für Videospiele haben könnten.
00:21:59: Man stelle sich etwa ein Detektivspiel vor, indem man Verdächtigen in Kreuzverhöhren Geständnisse herauskitzeln muss oder ein Rollenspiel in dem geschicktes Falschen zu besseren Preisen führt.
00:22:14: Und das war das KI-Update von heiseonline vom siebenundzwanzigsten Mai, zwei tausendsechs und zwanzig.
00:22:20: Eine neue Folge gibt es Montags, Mittwoch und Freitag ab fünfzehn Uhr.
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