KI-Update kompakt: Gesundheits-KI, AI-Overviews, Ideenfindung, KI-Betrug
Shownotes
Das ist das KI-Update vom 23.03.2026 unter anderem mit diesen Themen:
Auch Microsoft und Perplexity setzen auf Gesundheits-KIs Opt-out aus AI-Overviews für britische Medienhäuser angekündigt KI senkt die Kosten für Ideen auf null und Haftstrafe nach KI-Streaming-Betrug
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Eine neue Folge gibt es montags, mittwochs und freitags ab 15 Uhr.
Transkript anzeigen
00:00:02: Das KI Update, ein heise Podcast mit redaktioneller Unterstützung von The Decoder.
00:00:13: Ich bin Isabel Grünewald und die sind heute unter anderem unsere Themen.
00:00:17: Auch Microsoft & Perplexity setzen auf Gesundheitskais – opt-out aus AI Overviews für britische Medienhäuser angekündigt!
00:00:26: KI senkt die Kosten für Ideenfindung auf Null und Haftstrafe nach KI Streamingbetrug.
00:00:34: Nach OpenAI's ChatGPT Health haben nun auch Microsoft und Perplexity innerhalb weniger Tage eigene Gesundheitskais vorgestellt.
00:00:43: Unsere eHealth-Expertin Marie Claire Koch erklärt, was die beiden Dienste leisten können.
00:01:03: Also ein digitaler Begleiter im Alltag, aber kein Ersatz für den Arztbesuch.
00:01:07: Co-Pilot Health betont zum Beispiel das die Informationen helfen sollen sich besser auf den Arztermin vorzubereiten also gezieltere Fragen zu stellen oder Symptome klarer zu beschreiben.
00:01:17: Perplexity wird mit individuell angepassten Trainings und Gesundheitsplänen etwa für Bewegung, Ernährung oder Schlaf.
00:01:24: alle Anbieter machen deutlich ihre Systeme soll nur unterstützen nicht diagnostizieren.
00:01:28: Bei jedem Angebot steht der klare Hinweis, dass die Infos keine ärztliche Beratung ersetzen und nur ergänzend genutzt werden sollten.
00:01:36: Die Daten sollen laut Unternehmen sicher verschlüsselt und datenschutzkonform verarbeitet
00:01:40: werden.".
00:01:41: Trotzdem bleibt Marie ein gewisses Misstrauen – denn gerade Microsoft stand in der Vergangenheit immer wieder wegen Sicherheitslücken in der Kritik.
00:01:51: Und bisher sind auch wenig Details dazu bekannt, wie die Daten gesichert werden.
00:02:05: Zwar spricht Microsoft zum Beispiel von einer gesonderten Umgebung also einen abgetrennten Bereich wo die Gesundheitsdaten gesammelt werden aber Details gibt es halt nicht dazu.
00:02:15: Ja für Deutschland muss das natürlich ein bisschen konkreter sein Aber aktuell gibts noch gar keine Informationen.
00:02:21: Also man kann sich bei beiden Diensten auf eine Warteliste setzen lassen aber Es kann doch sein dass die Dienste vielleicht gar nicht kommen.
00:02:27: Danke schön, Marie.
00:02:28: Mehr zum Thema eHealth erfahrt ihr auch in unserem eHeath Newsletter – alle zwei Wochen gibt es freitags eine neue Ausgabe!
00:02:37: Das englische Gesundheitswesen steht zunehmend aufgrund seiner Digitalstrategie mit Palantir in der Kritik.
00:02:44: Ein aktueller Bericht der Gesundheitsorganisation MedAct warnt vor den Risiken einer wachsenden Abhängigkeit von dem US-Datenanalyseunternehmen, das bereits weltweit in sensiblen Bereichen eingesetzt wird.
00:02:56: Da der Vertrag mit dem NHS England Anfang im Jahr ist, fordert unter anderem Amnesty International dessen vollständige Kündigung.
00:03:06: MedAct hebt hervor, dass die Federated Data-Plattform potenziell zur staatlichen Überwachung oder zur Durchsetzung restriktiver Migrationspolitik ausgenutzt werden könnte.
00:03:17: Sollte eine künftige Regierung von der rechtspopulistischen Reform UK gestellt werden, könnte diese eine Verknüpfung der Software mit anderen Palantir-Produkten ausnutzen.
00:03:27: So sieht die Organisation eine Gefahr darin, dass Daten per Drag and Drop ausgetauscht und Gesundheits-, Finanz- und Polizeidaten zusammengeführt werden
00:03:34: könnten.".
00:03:36: Mehr als fünfzigtausend Bürgerinnen und Bürger fordern – mit der Kampagne No Palantire in the NHS ein Ende des Einsatzes der Software im Gesundheitswesen England.
00:03:46: Das US-Verteidigungsministerium hingegen will Palantir Sky System Maven Smart System als festen Bestandteil der Militärstrategie verankern.
00:03:56: Nach einem von Reuters eingesehenen Memo soll das System zum offiziellen Program of Record werden, was die langfristige Finanzierung und den Einsatz über alle Teilstreitkräfte hinweg absichern würde.
00:04:08: Maven, Soldaten, Sensorfeeds, Software- und Algorithmen verbinden – und so für schnellere Lagebilder Logistik-, Feuerleitung- und Zielprozesse sorgen.
00:04:17: Dabei behalten allerdings Menschen die Kontrolle wie das US-Verteidigungsministerium betont.
00:04:23: Auch DINATO nutzt eine angepasste Version von Maven seit dem Jahr zwei Tausendfünfundzwanzig für verbesserte Kampfraumwahrnehmung, Logistikk und Zielerfassung.
00:04:32: Das britische Militär setzt Palatiers KI-Fähigkeiten, die bereits in der Ukraine getestet wurden für Entscheidungsfindung und Targeting ein.
00:04:41: Google kündigt an seine Crawler künftig unterscheidbar zu machen – das geschieht allerdings nur semi freiwillig!
00:04:48: Die Wettbewerbsbehörde in Großbritannien verlangt Änderungen.
00:04:51: Auch in der EU gibt es Bestrebungen, Googles Umgang mit den Crawlern zu ändern.
00:04:57: Was nun genau geplant ist weiß Eva Maria Weiß von Heise Online.
00:05:01: Wer eine Webseite betreibt, kann entscheiden ob Googlescrawler quasi alles dürfen oder gar nichts.
00:05:09: Alles bedeutet die eigenen Inhalte tauchen in der Google-Suche auf.
00:05:14: Sie werden aber auch für KI Zusammenfassung und das KI Training genutzt.
00:05:19: Nichts heißt Die eigene Webseit verschwindet dann aus den regulären Google Suchergebnissen.
00:05:26: Und klar dass Webseitenbetreiber das in der Regel nicht wollen.
00:05:31: Es gibt also bei Google keine Unterscheidung der Crawler, also auch keine Unterschiedung was diese dürfen oder nicht dürfen.
00:05:39: In Großbritannien ist das der dortigen Wettbewerbsbehörde der Competition in Markets Authority aufgestoßen.
00:05:47: Google hat nun auf deren Kritik hin reagiert und sagt ja wir planen einen Opt out für Seitenbetreiber.
00:05:55: Freilich schreibt Google in dieser öffentlichen Stellungnahme dazu auch, dass man ja einen fairen Wettbewerb unterstützen wolle und die Bedürfnisse der Verlage- und Webseitenbetreiber respektiere.
00:06:06: Und dazu gehört auch des Google grundsätzlicher jene Ergebnisse in der Suche anzeigen möchte, die besonders hilfreich für Suchende sind!
00:06:15: Laut Google ist es aber halt am besten wenn alle Inhalte in diese KI Zusammenfassung fließen – also für den Suchenden für die Nutzer.
00:06:25: Webseitenbetreiber sollen nun aber eben dieses opt out bekommen.
00:06:30: Das bezieht sich auf die KI-Funktionen in der Suche, so schreibt es Google.
00:06:35: Aber konkreter wird es tatsächlich an dieser Stelle nicht – also was für eine Unterscheidung es geben wird oder wie das Ganze dann gestaltet wird ist unschlafen!
00:06:46: Dabei ist Google auch in der EU bereits gefordert, diese Crawler-Praktiken zu ändern.
00:06:52: Hier gibt es sogar ein formelles Verfahren bei dem untersucht wird ob Google bisher Wettbewerbswidrig handelt.
00:06:59: und sagen wir mal so in der Vergangenheit hat es ja einige Verfahren gegeben die genau dieses Verhalten von Google bestätigt haben an anderen Stellen, also beispielsweise bei der eigenen Bevorzugung der Suche auf Geräten oder im Browser.
00:07:15: Aber es geht eben immer wieder darum ob Google seine marktbeherrschende Stellung ausnutzt und den Wettbewerb damit verhindert.
00:07:24: Die EU-Kommission sieht in Googles Umgang mit den Crawlern jetzt auch eine Art Erpressung kann man schon fast sagen denn Google verbietet auch anderen KI Unternehmen dieselbe Art der Nutzung von Inhalten.
00:07:39: Also wer beispielsweise bei YouTube Videos hoch lädt, muss diese für Google frei geben aber andere Unternehmen dürfen nicht darauf zugreifen.
00:07:50: das ist natürlich ein Nachteil für die.
00:07:52: Diese formelle Untersuchung bedeutet zunächst dass Google Fragen beantworten muss und bereits auch etwas an der Praxis ändern kann sowie es jetzt offenbar für Großbritannien schon mal geplant ist.
00:08:03: Danke Eva.
00:08:05: Die Welthandelsorganisation WTO warnt, dass der KI boomdurch hohen Energiebedarf ausgebremst werden könnte.
00:08:13: KI hat sich innerhalb kurzer Zeit von einem Nischen-Thema zum Rückgrat des globalen Investitionswachstums entwickelt – in Nordamerika entfielen etwa siebzig Prozent der Investition auf KI!
00:08:24: Diese starke Abhängigkeit birgt jedoch auch Risiken, denn der langfristige Nutzen der Technologie ist noch nicht gesichert und ein zentrales Problem sind steigende Energiekosten.
00:08:35: Hier kommt nach Ansicht der WTO, der Iran-Krieg ins Spiel.
00:08:38: Ein lang anhaltender Zeitraum hoher Ölpreise würde die Betriebskosten der ohnehin extrem energieintensiven KI-Infrastruktur massiv in die Höhe treiben, warnt die internationale Organisation.
00:08:51: Für das laufende Jahr bleibt die Frage entscheidend ob die Dynamik im KI Sektor ausreicht um den Sog der hohen Energiekosten und der geopolitischen Spannungen auszugleichen.
00:09:02: Die Weltwirtschaft steuert den Handelsexperten zufolge auf ein Jahr zu, in dem die Rechenleistung von Chips gegen Förderleistungen von Örquellen antritt.
00:09:12: In der texanischen Hauptstadt Ostem hat Elon Musk am Wochenende sein Projekt TerraFab angekündigt.
00:09:19: Unter diesem Namen soll die größte vollintegrierte Chipfabrik der Welt entstehen – sie soll vorwiegend kaibeschleuniger für Training und Influencing herstellen aber auch Solarzellen- und Speicherbausteine!
00:09:31: In der Terrafab sollen auch die für die Belichtung von Halbleiter nötigen Masken selbst gefertigt werden und die fertigen Chips in Gehäuse gesetzt werden, das sogenannte Packaging.
00:09:42: Mask verspricht sich von diesem integrierten Ansatz eine größere Geschwindigkeit bei der Entwicklung der Chips – sie sollen vollständig im selben Gebäude hergestellt und getestet werden.
00:09:52: Sind Verbesserungen nötig sollen neue Masken gefertigten werden und der Prozess beginnt von vorne!
00:09:57: Musk sagte, dass seines Wissens nach niemand in der Halbleiterindustrie diesen Ansatz verfolge.
00:10:03: In seinem knapp halbstündigen Vortrag macht er allerdings keinerlei Angaben zu den dafür nötigen Basistechnologien oder Zulieferern für Material und Maschinen, welche die Chips herstellen sollen – auch Zeitpläne oder den Kostenrahmen ließ Musk offen!
00:10:20: Der Mathematiker Terrence Tau gehört zu den weltweit bekanntesten Wissenschaftlern.
00:10:25: In einem neuen Essay und einem ausführlichen Gespräch beschreibt er, wie KI die mathematische Arbeit verändert.
00:10:32: Seine zentrale These ist, KI hat die Kosten für Ideenfindung fast auf Null gesenkt – ähnlich wie das Internet, die Kosten zur Kommunikation fast auf null gesengt hat!
00:10:44: Doch dass allein schaffe noch keinen Überfluss.
00:10:46: Der Engpass liege jetzt
00:10:48: woanders.".
00:10:49: Kim Schorenbrand von The Decoder mit den Einzelheiten
00:10:52: tau vergleicht den Einfluss von KI auf die Mathematik mit dem Einfluß des Automobils auf die Stadtentwicklung.
00:10:59: Autos waren schneller als jedes frühere Transportmittel, verstopften aber die für Menschen und Pferde gebauten Straßen.
00:11:06: Neue Autobahnen ermöglichten schnelles Reisen, brachten aber Zersiedlung und Staus.
00:11:11: Erst durchdachte Stadtplanung habe beide Welten sinnvoll vereint.
00:11:15: Ähnlich sieht Tau in der Mathematik.
00:11:17: Die bestehende Infrastruktur der Mathematics sei wie eine alte enge Straße für Menschen gebaut.
00:11:23: Fachzeitschriften, Konferenzen, Mentoring und Zitierung funktionieren, weil menschliche Beweise wertvolle Nebeneffekte erzeugen.
00:11:32: Forschende entwickeln Expertise, entdecken neue Richtungen und dokumentieren lehrreiche Sackgassen.
00:11:37: KI-gestützte Beweise könnten zwar effizient von der Hypothese zum Ergebnis führen – dabei gingen aber genau diese Nebenefekte verloren!
00:11:45: Statt KI in bestehende Strukturen zu pressen, schlägt Hau vor, neue maschinenfreundliche Infrastruktur zu schaffen….
00:11:52: Als Beispiel nennt er große mathematische Wettbewerbe, bei denen Lösungen durch formale Beweisasistenten geprüft werden oder automatisiert erstellte Bibliotheken einfacher Beweise die Menschen anschließend zu hochwertigen Fassungen ausarbeiten.
00:12:07: Er riecht sogar eine neue Disziplin der KI-Planung an vergleichbar mit Stadtplanung.
00:12:13: für seine eigene Arbeit beschreibt Hau den Effekt so KI mache seine Arbeiten zwar breiter und reicher, etwa durch mehr Grafiken, Code- und tieferer Literaturrecherchen.
00:12:24: Den Kern seiner mathematischen Arbeit erledigt der Aber weiterhin mit Stift und Papier.
00:12:29: KI habe nicht die eigentliche Arbeit beschleunigt sondern vor allem neue Möglichkeiten eröffnet.
00:12:34: Menschen könnten jetzt plötzlich Tausende von Theorien für ein Problem erzeugen Die Herausforderung sein nun diese zu überprüfen und zu bewerten.
00:12:42: Dankeschön Kim.
00:12:45: Deutschland muss sich nach Ansicht von Digitalminister Karsten Wildberger auf dramatische Jobverluste wegen des Vormarschs der künstlichen Intelligenz einstellen.
00:12:54: Die Zeit, in der die Industrie eine Jobmaschine war, geht zu Ende", sagte Wildberger der neuen Osnabrücker Zeitung.
00:13:01: Er richtet darin einen Appell an Arbeitgeber-, Gewerkschaften und die Zivilgesellschaft – wir müssen uns zusammenraufen und die Zukunft neu gestalten!
00:13:10: Es brauche deutlich höhere Steuereinnahmen, um mit dem Geld den Jobmarkt umbauen zu können.
00:13:16: Wenn die KI den Informatikern, Mathematikern und vielen anderen ihr Jobs wegnimmt, dann brauchen diese Menschen eine andere sinnvolle Betätigung.
00:13:25: Ein bedingungsloses Grundeinkommen könne Teil der Lösung sein, um die Umwälzungen am Arbeitsmarkt aufzufangen.
00:13:32: Wir Menschen brauchen eine sinnstiftende Tätigkeit.
00:13:35: Kaum jemand kann doch nur zu Hause sitzen und Videos schauen, ohne verrückt zu werden", sagte der Minister.
00:13:42: Verschwindene Arbeitsplätze sind bei OpenAI gerade kein Problem – das KI-Unternehmen plant vielmehr einen massiven Personalausbau.
00:13:51: Bis Ende des Jahres soll die Belegschaft von der Zeit viertausend fünfhundert auf achttausende Mitarbeiter anwachsen.
00:13:58: Das berichtet The Financial Times.
00:14:00: Die meisten neuen Stellen sollen in den Bereichen Produktentwicklung, Technikforschung und Vertrieb entstehen.
00:14:05: Hinter dem Wachstum steckt eine klare Strategie.
00:14:09: OpenAI drängt stärker ins Geschäft mit Unternehmenskunden und stellt verstärkt Fachleute als sogenannte technische Botschafter ein – diese sollen Firmen bei der Einführung von OpenAI-Werkzeugen unterstützen!
00:14:22: Im Fokus steht dabei die Plattform Frontier, ein KI-System das tief in den Unternehmenprozesse eingebunden werden soll.
00:14:30: Dafür braucht es individuelle Entwicklung vor Ort bei den Unternehmen.
00:14:35: OpenAI hat dazu bereits eine Partnerschaft mit der Beratungsfirma McKinsey geschlossen und plant weitere Kooperationen mit Private Equity Firmen.
00:14:43: Der Vorstoß kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Konkurrent Anthropic im Bereich Programmierung zunehmend Marktanteile gewinnt.
00:14:50: OpenAI arbeitet jetzt in einer Art Super-App, die alle wichtigen Funktionen an einem Ort bündeln soll.
00:14:58: Smart Glasses stellen Gewichte von neue Herausforderungen wie ein Fall aus Großbritannien zeigt.
00:15:04: Am High Court of Justice soll ein Kläger bei seiner Aussage eine smarte Brille getragen und sich darüber beraten lassen haben, berichtet Tomislav Besalinovich.
00:15:26: Die Anwältin der Beklagten hörte dann aus seiner Nähe auffällige Geräusche.
00:15:39: Schließlich stellte sich heraus, dass über das Smartphone offenbar eine Drittperson zugeschaltet war.
00:15:46: Die Richterin verwarf daraufhin die Zeugenaussage und entschied zu Gunsten der Beclagten.
00:15:53: Der Fall zeigt sehr deutlich welche neuen Probleme durch unauffälliger Wearables entstehen.
00:15:59: Ähnliche Situationen gab es auch in den USA, wo Smartglasses im Gerichtssaal bereits für Diskussionen sorgten.
00:16:06: Gleichzeitig wächst der Markt präsent – etwa durch Geräte wie die Ray-Ban Matterbrillen.
00:16:12: Rechtlich ist die Lage bislang nur teilweise geklärt.
00:16:16: In Deutschland ist der Einsatz technischer Hilfsmittel im Gerichtswahl grundsätzlich geregelt doch eine explizite Pflicht zur Offenlegung von Smartglasses gibt es nicht!
00:16:27: Aufnahmen sind zwar verboten, aber die Nutzung solcher Geräte ist schwer zu kontrollieren.
00:16:33: Gerade weil sie so unauffällig sind entsteht eine klare Kontrolllücke.
00:16:38: Das führt zu grundlegenden Fragen rund um Datenschutz, Verfahrensfernes und die Durchsetzbarkeit bestehender Regeln.
00:16:47: Bisherige Rechtslage kann mit der technischen Entwicklung nicht vollständisch Schritt halten.
00:16:53: Mir bewusst sein, strengere Regeln oder sogar Verbote könnten künftig notwendig werden um solche Manipulationen zu verhindern und die Persönlichkeitsrechte der Menschen im Gerichtssaal zu schützen.
00:17:05: Danke Thomas Love!
00:17:07: An britischen Universitäten ist KI praktisch allgegenwärtig wie wahrscheinlich auf der ganzen Welt.
00:17:13: Laut einer aktuellen Umfrage des Higher Education Policy Institute nutzen ninety-fünf Prozent der Vollzeitstudierenden in Großbritannien generative KI-Tools.
00:17:22: Vor zwei Jahren lag dieser Wert bei sechsundsechzig Prozent.
00:17:26: Doch zwischen Nutzung und Kompetenz klafft eine erhebliche Lücke!
00:17:30: Die meisten lassen sich Konzepte erklären, Material zusammenfassen oder Ideen strukturieren – allerdings hat sich der Anteil derjenigen die KI-generierten Text direkt in Prüfungsarbeiten einfügen seit Jahrzehntausendvierundzwanzig vervierfacht.
00:17:45: Gleichzeitig wächst die Angst fälschlicherweise des Betrugs beschuldigt zu werden….
00:17:49: Mehrere Studierende berichteten von der ständigen Sorge, dass ihre selbstgeschriebene Arbeit die KI-Erkennung auslöse.
00:17:57: Trotzdem sagt knapp die Hälfte der Befragten, KI habe ihre Studienerfahrungen verbessert!
00:18:02: Andere befürchten den Verlust eigener Denkfähigkeiten.
00:18:06: Eine Fallstudie mit Medizinstudierenden liefert dafür ein konkretes Beispiel Diejenigen, die bei klinischen Übungen ausschließlich KI ohne menschliches Feedback nutzten, schnitten am schlechtesten ab – gleichzeitig Waren sie aber am selbstsichersten.
00:18:21: Und es klafft noch eine Lücke!
00:18:23: Mehr als zwei Drittel der Studierenden halten KI-Kompetenzen für unverzichtbar, doch weniger als die Hälfte erfährt Unterstützung darin von den
00:18:31: Lehrkräften.".
00:18:33: Das Entwicklungsstudio des Spiels Crimson Desert hat eingestanden dass in dem Open World Action Adventure einige KI generierte Inhalte enthalten sind und dazu gesagt sie zu ersetzen.
00:18:45: Das südkoreanische Studio Pearl Abyss hat auf dem Kurznachrichtendienst X erklärt, dass anfangs während der Entwicklung mit Hilfe experimenteller KI-generativer Tools einige zwei D-Grafiken erstellt worden seien.
00:18:58: Damit habe man damals schnell die Stimmung und Atmosphäre des Titels erkunden können – später hätten sie aber ersetzt werden sollen!
00:19:05: Erst nach Hinweisen aus der Community habe man aber erkannt, dass einige dieser Assets unbeabsichtigt in die finale Version aufgenommen wurden.
00:19:13: Das entspreche nicht den eigenen Standards und Werte korrigiert.
00:19:17: Es ist allerdings nicht der erste Fall, in dem KI-generierte Inhalte für Ärger sorgen – Steam zum Beispiel verlangt schon seit Anfang von Jahrzehnten, dass der Einsatz der Technik transparent gemacht hat.
00:19:29: In den USA muss sich ein Mann wegen des Vorwurfs des KI gestützten Streamingbetrugs verantworten, ihn erwarten nach einem Geständnis mehrere Jahre Haft und eine Million Strafe!
00:19:41: Malte Kirchner aus dem Heise Online Newsroom mit den Einzelheiten.
00:19:45: Der Mann soll hunderttausende von KI-generierten Songs auf Plattformen wie Spotify, Apple Music, Amazon Music und YouTube Music hochgeladen haben – und diese anschließend mit einer ganzen Armee von Bots selbst immer wieder abgerufen haben.
00:19:57: Zu Spitzenzeiten waren das bis zu sixhundertsechzig tausend gefälschte Streams an einem einzigen Tag.
00:20:04: Der Clou dabei, indem er die Streams auf tausende verschiedene Songs verteilte und ging ja die Betrugserkennung der Plattformen.
00:20:10: So kassierte er über mehrere Jahre hinweg Lizenzgebühren in Millionen Höhe.
00:20:15: Aufgeflogen ist er letztlich weil dem Mechanical Licensing Collective also der US-Organisation die Streaming Lizenz Gebühren verteilt die schiere Menge seiner Songs verdächtig vorkam.
00:20:25: Was im Hintergrund lief, war dabei ziemlich aufwendig.
00:20:29: Der Mann kaufte Tausende Fake-Email-Adressen ein, engagierte Klickerbeiter richtete Bezahl der Familienkonten ein und ließ virtuelle Cloudcomputer per Macro die Streams automatisch abrufen.
00:20:39: Der Betrug erforderte also eine erhebliche Vorleistung finanziell wie organisatorisch.
00:20:45: Interessant ist auch die rechtliche Einordnung.
00:20:47: Das Hochladen von KI-generierten Songs ist grundsätzlich erlaubt, strafbar ist das künstliche Aufblänen der Abrufzahlen – das gilt in den USA als Verschwörung zu Betrug durch Leitungsnetze.
00:20:58: Und es ist offenbar der erste größere Fall dieser Art, der in den USA strafrechtlich verfolgt wird.
00:21:03: International war zuletzt ein Mann aus Dänemark wegen ähnlicher Machenschaften zu zwei Jahren Haft verurteilt worden.
00:21:09: Das Urteil im US-Fall soll am neunundzwanzigsten Juli fallen.
00:21:13: Nach dem Schuldeingeständnis drohen den Mann bis zu fünf Jahre Haft und er muss über acht Millionen US-Dollar
00:21:18: zurückzahlen.".
00:21:19: Vielen Dank Malte!
00:21:22: Wenn ihr jetzt Lust habt, noch tiefer in dieses oder andere unserer Themen einzusteigen und gleichzeitig diesen Podcast unterstützen wollt, dann könnt ihr das mit einem heiße Plus-Abo tun.
00:21:32: Damit bleibt ihr in IT – und Technik immer einen Schritt voraus!
00:21:37: Mein Kollege Jan Philipp Werbeking hat zum Beispiel Project Genie getestet.
00:21:41: Google's KI Tool erschafft interaktive Welten aus einem einfachen Prompt oder Foto.
00:21:47: Die Ankündigung des Tools hat Gaming-Aktienpots hinlassen?
00:21:50: Und Jan wollte wissen, ob Google's KI-Tool echten Spielen tatsächlich gefährlich werden könnte.
00:21:56: Was dabei herauskommt, lest ihr auf Heise Plus!
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